100 Dinge, die ich wirklich hasse – Nr. 5

Livebericht aus dem Zug:

War die Bahn am Freitag nur Ort des Geschehens, ist sie heute wieder einmal Preisträger. Ist sonst der Zug schon einigermaßen gut egfüllt, wenn zwei Zugteile zusammen als RB33 von Duisburg nach Aachen fahren kam es heute zum Super-GAU.

Mit gut fünf Minuten verspätung trödelte ein wirklich putzig anmutender Zug auf Schienen in Rheinhausen ein. Fast wollte ich ihn Bus auf Schienen nennen, so kurz – und entsprechend voll – war dieser.

Dicht gedrängt stehend drängte sich zur Krönung auch noch eine Mutte mit Ihrer Tochter und deren Fahrrad zwischen uns. Sinnigerweise an genau der Tür, wo auf der gegenüberliegenden Seite das allseits gut bekannte mehsprachige Schild aufgeklebt war: »Türe unbenutzbar«.

Jetzt traf es sich, dass die beiden kurze Zeit später an einer Haltestelle aussteigen mußten, wo der Bahnsteig sich direkt hinter dieser defekten Türe befand. Was also tun, als das Fahrrad um 90 Grad zu drehen und durch die Menge bis zur nächsten – hoffentlich funktionierenden Türe – zu schieben. Offensichtlich hat das auch geklappt.

Ich frage mich ernsthaft, was die ganzen »Zähler«, die in den letzten Wochen durch die Züge geschlufft sind und Fahrgäste gezählt haben eigentlich gemacht haben. Es kann doch einfach nicht angehen, dass ein Zug – zumindest nicht zu dieser Hauptverkehrszeit – auf die Hälfte eingeschrumft wird. Wenn dann auch noch Türen defekt sind kommt es beim Ein- und Aussteigen natürlich zu Verzögerungen und dadurch zu Verspätungen des Zuges.

Was ich heute nicht explizit überprüft habe, sonst aber schon fast die Regel geworden ist: Defekte – und damit verschlossene – Toiletten.

Das ein oder andere Mal habe ich schon gesehen, wie an Bahnhöfen ein DB-Mitarbeiter eingestiegen ist, die Toilette überprüft und diese dann verschlossen zurückgelassen hat. Wenn man dann, auf einer Strecke von mittlerweile fast zwei Stunden – mal auf die Toilette muß, hat man ein ernstzunehmenden Problem. Nicht selten habe ich es dann in Aachen auf den letzten Drücker noch zur Toilette geschafft.

Mir bleibt der Trost, dass trotzt der neuerlichen Fahrpreiserhöhungen (warum eigentlich diesmal schon wieder?), meine Fahrten sehr – ja sehr – günstig sind.

Stefan Moeller Verfasst von:

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