Skiurlaub in Ellmau

  • Tag 1 (2. Jänner 2005)
    Eigentlich nicht ganz korrekt, denn los ging es schon am 1. Januar – relativ pünktlich um 23 Uhr. Nach 768 Kilometern und 557 anderen Fahrzeugen mit einer Skibox auf dem Dach (haben wir wirklich gezählt) waren wir nach 10 Stunden Fahrt (und Pausen) um 9 Uhr vor der gebuchten Pension. Spritsparend war die ganze Fahrt übrigens auch noch. Immerhin bin ich 500 Kilometer im Windschatten eines Reisebusses gefahren. CheckIn sollte – laut Bestätigungsmail nach der Buchung um 10 Uhr sein. Umso überraschter waren wir, als es dann (von Claudia) hiess: »Das Zimmer ist dann um 14 Uhr bezugsfertig.« Immerhin hatten wir so genuegend Zeit einen gemuetlichen Spaziergang im Ort zu machen und Ellmau kennenzulernen. Auch fuer einen »kleinen« Snack war genuegend Zeit: Kaesespaetzle und Berner Wuerstl mit Bratkartoffeln bei Familie Kroell.
    Nachdem wir dann endlich unser Zimmer beziehen konnten und alles eingeraeumt hatten war endlich – bis zum Abendessen – noch ein wenig Zeit fuer ein Nickerchen; immerhin sind wir die ganze Nacht durchgefahren, was sich als sehr gut herausgestellt hat, da es spaeter am Tag bis zu 40 Kilometer Stau auf der Strecke gab.
    Das Essen gab es dann in gemuetlicher Runde (nebst einigen GoGo-Tours-Reisenden (Hollaendern)):

    • klare Suppe mit Backerbsen
    • Kotelett mit Speckbohnen und Kartoffeln
    • Apfelkompott
    • Obstler/Marillenlikoer

  • Tag 2 (3. Jaenner 2005)
    Kurz und buendig: Scheisskalt! Viel neuer Schnee bei eisigen (-5°C) Winden und einer Sicht von annaehernd: Null. Vielleicht sollte man – wenn man sich neue Skischuhe kauft – auch mal darueber nachdenken, dass evtl. die Skibindungen neu eingestellt werden muessen. Immerhin habe ich kurz bevor wir in den Skibus steigen wollten noch daran gedacht. Ich habe dann noch schnell fachmaennische Korrekturen vornehmen lassen. Das waere wohl echt lustig geworden. Oben auf Tausend-wieviel-auch-immer Metern festzustellen, dass die Skier nicht auf die Schuhe passen. Morgen fahre ich Big Foot.

    • ein Stueck Salamipizza
    • Spaghetti mit Bolognesesauce
    • (Rosinen-Marzipan-) Stollen

  • Tag 3 (4. Jaenner 2005)
    Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein bin ich wie geplant Big Foot gefahren. Sehr wendig. Sehr schnell. Sehr Spassig. Nach einem Sturz am Vormittag auf die Schulter haben wir die empfohlene Ruebezahlalm besucht. Eine so urige, Skihuette habe ich wirklich noch nie gesehen. Nachdem es auf der »Sonnen«-Terasse zu kalt wurde haben wir uns in eine der zahllosen Nischen gehockt um eine ausgesprochen leckere Erbsensuppe (und Gulaschsuppe) zu essen.
    Auf der vorletzten Abfahrt habe ich mich dann noch einmal richtig (Krass! Krass! Krass!) lang gemacht. Wieder auf die Schulter und auf den Magen. Nach anfaenglichen Atemproblemen bleibt nun »nur« noch die schmerzende Schulter. Nachdem ich dann doch noch die Talabfahrt geschafft habe, gab es zur Beruhigung und Schmerzlinderung einen Gluehwein und einen Willi mit Birne (oder wie Katja meint: Birne in Spiritus). Mit der Klumpschulter bewege ich mich wie ein alter Mann. Sieht wohl komisch aus, denn Katja lacht mich immer aus! Gott sei Dank gab es ein relativ einarmig zu essendes Abendessen:

    • Windbeutelsuppe
    • Jaeger-Hackbraten mit Kaisergemuese und Reis
    • Vanillepudding mit Schokoladensauce

  • Tag 4 (5. Jaenner 2005)
    Wow was fuer eine Umstellung: Von den sehr kurzen und wendigen Big Foots wieder auf die langen Latten (ueber zwei Meter lang). Die Entscheidung ist gefallen: Es werden Carving Ski ausgeliehen. Jemand fragte mich am Lift: »Ist es nach den Weihnachts- oder den Osterfeiertagen?« und traf den Nagel auf dem Kopf; irgendwas zwischen 4�C und 16,6�C haben wir heute an den Schneekanonen lesen koennen. Sehr sonnig, sehr warm und trotz anfaenglicher Aengstlichkeit (wegen der Schulter) war es doch ein sehr schoene Skitag (ohne Sturz!!!).
    Mittags gab es bei schoenstem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel eine Jause in der Holzalm.
    Zum Apr�s Ski waren wir heute nicht in der Siglu-Bar direkt an der Piste, sondern in der Memory-Bar, in der Naehe unserer Pension. Dort schon leicht angetuetert ging es dann ueber dem Umweg Danzerhof (Schlittenfahrt fuer morgen buchen) zum Abendessen:

    • Tomatensuppesuppe
    • Haehnchenkeule mit Moehren und Kartoffelpueree
    • Apfelmus (bei einigen mit Sahne und/oder Hagelslag)
    Da die Hollaender offensichtlich auch schon leicht beschwippst waren, haben die richtig Stimmung gemacht und mit ihrer Musik und einigen Schnaepschen selbst Claudia dazu gebracht auf dem Tisch zu tanzen. Die war hinterher so angeschaekert (von den ganzen Schnaepschen, die sie mittrinken musste), dass sie nur noch tanzend irgendwas schaffte. Nun ja, Herr Claudia (keine Ahnung wie der Mann wirklich heisst) fand das wohl nicht so toll. Das ganze ging dann feuchtfroehlich bis locker um zehn. Dann und voellig erschoepft (und betrunken) ins Bett und schlafen; morgen ist auch wieder ein Tag.
    Ach ja: Vor dem Abendessen habe ich mir dann, wie geplant noch schnell ein paar Carving-Skier ausgeliehen.

  • Tag 5 (6. Jaenner 2005 – Dreikoenigstag)
    Eigentlich sollte es mit einer der schoensten Tage werden: Carving, Kutsche fahren und Sauerkraut, wie wir der betrunkenen Claudia entlocken konnten.
    Doch schon ein erster Blick aus dem Fenster verriet nichts gutes: Alles grau in grau und dazu ein recht strammer Regen. Nach dem Fruehstueck haben wir dann erstmal etwas abgewartet und uns dann doch aufraffen koennen. Oben am Berg gab es dann tatsaechlich nur noch Schneeregen und spaeter sogar Sonnenschein und einen richtig heftigen Gipfelsturm, der uns den Pulverschnee entgegenblies und uns fast bergauf schob.
    Im Grossen und Ganzen war es trotzdem schoen, wenn auch sehr nass. Da wir schon um 17 Uhr die Kutschenfahrt gebucht hatten, wurden wir auch recht frueh von der Naesse erloest. Danke noch einmal an Christiane und Christian, die uns diese Kutschenfahrt zum Geburtstag geschenkt haben. Wir waren mit dem Mich (Michael Sojer) unterwegs – wizigerweise uebrigens auf den Tag genau ein Jahr spaeter wie die letzte Kutschenfahrt, die wir – von Scheffau organisiert – am 6. Jaenner 2004 ebenfalls in Ellmau (mit Bustransfer) gemacht haben.

    • Huehnersuppe mit Reis
    • Schweinefleisch mit Sauerkraut und Petersilienkartoffeln
    • Topfenstrudel
    Eigentlich sollte es wegen der Ellmauer Skinacht 2005 ja mit dem Essen schon um 18:30 Uhr losgehen; das hat leider ueberhaupt nicht geklappt. Trotzdem haben wir es noch rechtzeitig geschafft und eine tolle Show mit Ski- und Snowboardvorfuehrungen, dem historischen Skifahrer Siggi, dem Ellmauer Feuersprung und einer Pistenraupenparade (neun Fahrzeuge mit ueber 40.000 PS).

  • Tag 6 (7. Jaenner 2005)
    Eis und Schnee. Nachdem es gestern so warm war es geregnet und in der Nacht wieder heftig gefroren hat, waren die Pisten – vor allem im Tal – sehr vereist. Das hat uns dennoch nicht davon abgehalten einen neuen Weg – Richtung Going – auszuprobieren. Nun ja: mit einigem Mut habe ich dann auch Katja den eisigen Steilhang herunterbekommen und wir haben uns auf die leichteren, weniger vereisten blauen Pisten konzentriert. Bei tollem Sonnenschein, blauem Himmel und Temperaturen bis zu 8°C hatten wir einen guten Skitag, der uns mit den Talabfahrten und einigen, laestigen (Schlepp- und Uebungs-) Liften bis fast vor die Haustuere brachte. Ich habe mich auch nach meinen heftigen Stuerzen vom 3. Jaenner uebrigens wieder auf die Big Foots gestellt und siehe da: der vierte Tag in Folge ohne Sturz. Vorsicht ist halt doch die Mutter der  … – wie auch immer hat es Spass gemacht. Nach einem kurzen Einkehrschwung im Pub Memory gab es dann endlich ein Staerkung:

    • Champignoncremesuppe
    • Riesenfischstaebchen mit Kartoffelsalat
    • Cocktailobst
    Der Empfehlung von Herrn Claudia (siehe oben) folgend haben wir dann nach einem kurzen Spaziergang die Ellmauer Alm besucht. In ganz toller Atmosphaere gab es dort tanzbare Livemusik. Diese Alm koennen und wollen wir guten Gewissens weiterempfehlen.

  • Tag 7 (8. Jaenner 2005)
    Fuer die anderen im Haus war heute Abreisetag. Fuer viele andere im Ort offensichtlich auch. Wir hatten die Pisten jedenfalls fast fuer uns alleine. Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir die – teils voellig vereisten – Pisten voll ausnutzen. Mit einem Schwenk Richtung Hohe Salve machten wir uns gegen Mittag wieder auf den Rueckweg, um bei der Talabfahrt nach Ellmau noch einmal in die Ruebezahlalm einzukehren. Unten angekommen, konnten wir eine der letzten Bahnen zur Bergfahrt nutzen und noch eine allerletzte Abfahrt machen. Um Zeitig mit dem Kofferpacken zu beginnen verlegten wir das Apres Ski heute kurzerhand auf unseren Balkon mit Sekt und Xuxu.
    Da heute in der Hauptsache Englaender von einem anderen Reiseunternehmen angekommen sind, liegt die Vermutung nahe, dass das heute sehr leckere und reichhaltige – auch aufwendig gemachte Abendessen zu einer anderen Reisekategorie gehoert. Ich werde im Laufer der naechsten Tage mal im Internet nachsehen, was die Leute wohl fuer Preise fuer ihren Urlaub bezahlen muessen. Bei der Endabrechnung heute kamen wir nur fuer Getraenke auf gut 80 EUR – etwa genausoviel wie im vergangenen Jahr.

    • Fritattensuppe
    • Salatteller unf Wiener Schnitzel mit Pommes
    • Eisbecher

  • Tag 8 (9. Jaenner 2005)
    Zeitiges Aufstehen, fruehstuecken und das Zimmer raeumen. Katja hat es doch noch geschafft, sich mit einem gepflegten Sturz hinzulegen; nicht auf der Piste, sondern beim Autopacken. Ich gebe zu es war sehr glatt, doch kein Grund direkt bis unter das Auto zu rutschen – und das auch noch mit einem weissen Wollpullover.
    Nach einem kurzen Ausflug nach Going – den Stanglwirt anschauen – sind wir dann – zum Mittagessen – noch einmal in die Ellmauer Alm eingekehrt. Tiroler Groestl (das muss einfach einmal im Skiurlaub sein) und Berner Wuerstl sollten die richtige Grundlage fuer die lange Heimfahrt sein, die wir dann um 13 Uhr – quasi puenktlich – antreten mussten. Nach einem ordentlichen Stau in Wuerzburg hatten wir dann aber insgesamt eine gute Fahrt und wir waren um etwa halb elf zu Hause.

    Und sonst?

  • Januar heisst in Oesterreich »Jaenner«
  • Claudia hat eine Hose und zwei Roecke.
  • Claudia hat keinen Plan von Organisation (Fruehstueckseier werden einzeln gekocht).
  • Claudia hat nur drei grosse Weizenglaeser und abgezaehltes Geschirr.
  • Claudia hat keinen Schaeferhund, sondern eine rote Katze.
  • Die Hollaender (vielleicht nicht im Allgemeinen, aber die, die auch bei uns gewohnt haben) sind wirklich bekloppt.
  • Skifahren macht im Regen keinen Spass.
  • Mich hat eine Schwester, die bei der Mutter wohnt und mit seiner Frau Heidi drei Kinder (der Sohn ist zwei Jahre alt).
  • Gluehwein ist hier teurer als auf deutschen Weihnachtsmaerkten (3,30/3,40 EUR)
  • Trotz Skibox und voller Ladung reicht fuer die Strecke (bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von etwa 100 km/h) eine Tankfuellung fuer die gut 750 Kilometer.

Empfehlungen in Ellmau (und Umgebung)

  • Ruebezahlalm (auf der Talabfahrt zur Hartkaiserbahn – im Steilhang links halten) – sehr urig und tolles Essen
  • Ellmauer Skinacht – sehr interessant
  • Ellmauer Alm – jeden Abend Livemusik und leckeres Essen
Stefan Moeller Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.