Jahreswechsel und der Nieuwjaarsduik

Jahreswechsel und wat…?

Zum dritten Mal in Folge sind wir über Silvester an der holländischen Nordseeküste – in Domburg – gewesen. Gemütlich. Mit Freunden. Im eigenen Ferienhäuschen.

„Die sind doch irre, die Holländer!“ war noch der erste Gedanke, als wir vor drei Jahren – am Neujahrstag –  am Strand hunderte von Menschen mit Bade-Klamotten und orangen Zipfelmützen am Strand stehen und dann laut schreiend ins Meer und zurück rennen sahen. Wohlgemerkt; am 1. Januar des jeweiligen Jahres. Nieuwjaarsduik heißt übrigens soviel wie Neujahrs-Tauchen. Genau das ist es dann auch: ins Wasser rennen, untertauchen und zurück. (Dieses Spekatakel wird übrigens überall in den Niederlanden zelebriert).

Letztes Jahr sind wir dann bewusst zum Gucken gegangen und der wirre Gedanke „Nächstes Jahr machen wir da auch mit!“ wurde zum ersten Mal geäußert. Jaja. So ein Jahr ist lang und mal sehen ob wir nächstes Jahr überhaupt wieder…

Und dann war es schon wieder soweit: 1. Januar 2015Nieuwjaarsduik 2015 in Domburg.

Am Silvesterabend noch hoch motiviert waren wir am Neujahrmorgen eher der Meinung: Zuschauen reicht doch eigentlich auch. Nach einigem hin und her dann die finale Entscheidung: Badehose an und los! Wir machen mit. Es ist schließlich 2015: Das Alles-ist-möglich-Jahr!

Nach einem zügigen Spaziergang zum Strand die 2,00 EUR Anmeldegebühr entrichtet, langsam vorbereitet und dann in der Menge hinter der Absperrung Position bezogen und immer von einem aufs andere Bein springen – das hält „warm“. Zum Gruppenfoto winken. Und immer von einem aufs andere Bein springen – das hält „warm“. Der Moderator verkündet ein paar Eckdaten: Wassertemperatur 8°C. Lufttemperatur 2°C. Bei Windstärke 2 gefühlt wie -6°C. Und immer von einem aufs andere Bein springen – das hält „warm“. Dann der Countdown: 10, 9, 8, 7, 6, … und immer von einem aufs andere Bein springen – das hält „warm“ …5, 4, 3, 2, 1… losrennen! Der Weg sah erst gar nicht so lang aus.

Im Wasser angekommen – ja, wir waren nicht die ersten im Wasser – ein paar Schritte in die Fluten, in die nächste Welle gestürzt und – nach Luft japsend (ich weiß jetzt wie Klass sich gefühlt hat) – wieder zurück.

Die Füße brennen, der Körper glüht. Schnell in Handtücher und Bademantel eingerollt und erst mal einen Schluck aus dem Flachmann. Langsam steig von – innen heraus – die Wärme im Körper auf und nach ein paar Minuten fühlt man sich: wie neu geboren, toll, fit und als Held.

Es war ein tolles Erlebnis. Völlig bescheuert, aber toll. Gut, dass wir uns doch noch durchringen konnten, an dem Spektakel teilzunehmen.

Stefan Moeller Verfasst von:

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