Berlin

Zum Geburtstag gab es: Berlin! Genauer gesagt: Eintrittskarten für die Blue Man Group inkl. zwei Übernachtungen im Hotel Unter den Linden. Da es sich aber um das Karnevalswochenende handelte und Katja auch noch den Freitag frei nehmen konnte, hatten wir sagenhafte vier Tage in Berlin (4. bis 7. Februar 2005).

Nach reiflicher Überlegung haben wir sogar einen “günstigen” Flug bei HLX bekommen: Freitagmorgen um 7:15 Uhr von Köln/Bonn nach Berlin Tegel und am Montag um 19:55 Uhr Retour. Selbst der CheckIn im Hotel funktionierte – trotzdem er für später vorausgesagt war – schon um 9:30 Uhr und wir hatten wirklich noch den ganzen Tag vor uns.

Die Gunst der (frühen) Stunde machte es uns möglich, ohne lange Wartezeit, als erstes auf den Reichstag zu fahren. Zwangsläufig führte unser Weg vom Hotel dorthin am Brandenburger Tor vorbei. Nach den strengen Sicherheitskontrollen hatten wir bei eiskaltem Wetter leider nur mäßige Sicht über das diesige Berlin.

Der Weg führte uns dann über den Kudamm bis zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, oder dem, was davon übrig ist.

Hier – Am Kudamm – ist es natürlich Pflich auch einen Abstecher ins KaDeWe zu machen. Ein beeindruckendes Kaufhaus mit toller Dekoration.

Der weitere Weg führte uns zum Alexanderplatz und dem Fernsehturm (oben waren wir nicht) und dann am Roten Rathaus und der Nationalgalerie vorbei über den Berliner Dom und Palast der Republik zurück ins Hotel.

Essen waren wir im Las Cucarachas, was wir von unserem letzten Berlinurlaub noch gut in Erinnerung hatten. Auf dem Rückweg gab es zum Abschluss des Tages noch einen Schlummercocktail im Alex am Alexanderplatz, wo – zu unserem Vergnügen – eine Karaokeshow stattfand.

Am nächsten Morgen konnten wir uns bei einem wirklich tollen Frühstück im Hotel für den Tag stärken. Nachdem wir uns mit Tagestickets für die BVG besorgt haben ging es vom Bahnhof Friedrichstraße zur Kochstraße und dort zum legendären alliierten Kontrollposten des Sektorenübergangs Berlin Mitte/Kreuzberg: Checkpoint Charlie.

Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und frostigen -6°C (gefühlten -15°C) und Wind ging es dann noch einmal zum Alexanderplatz mit seinem Fernsehturm, dem roten Rathaus und dem Neptunbrunnen. Ein Fahrtgeld von 7 EUR pro Person und eine riesige Schlange vor dem Fernsehturm konnten uns dann davon abbringen nach oben zu fahren. Für insgesamt drei Euro mehr konnte man mit dem Sat.1-Ballon eine 15-minütige Fahrt in 150 Meter Höhe machen. Der Spaß blieb uns leider verwehrt, da wegen des starken Windes der Fahrtbetrieb eingestellt wurde.

Am Potsdamer Platz erlebten wir dann eine Überraschung: War hier bei unserem letzten Besuch noch Deutschlands größte Baustelle, waren in der Zwischenzeit die meisten Baukräne verschwunden und Häuser fertig gestellt. Bei den Temperaturen war es eine Freude, im Sony-Center ein Café zu besuchen, wo wir uns aufwärmen konnten.

Nachdem wir nun die “schönen” Teile Berlins gesehen haben, machten wir uns auf den Weg: Mit dem berühmten “Zug nach Pankow” – das es ein Sonderzug war, will ich mal bezweifeln. Bei unserem Spaziergang von Pankow Richtung Mitte machten wir in Prenzlauer Berg eine absolut verrückte Entdeckung: Ein Trödelhändler der auf riesigen Außenflächen alles möglich aufgereiht hatte. Vom Geschirr über alte Toaster, Werkzeug, Größenschilder von Kleiderständern in Kaufhäusern, Regalteilen, Videokassetten, Koffer und was man sonst noch so bei Haushaltsauflösungen finden kann. Im hinteren Bereich des Hofes – in verschiedenen Lagerhallen und Garagen – konnte man teils schöne, alte, restaurierte Möbel finden. Noch weiter in den Ecken gab es dann auch neuwertige Waren – vermutlich aus insolventen Firmen. Obwohl kaum etwas los war, muss das Geschäft ganz erträglich sein, denn auf dem Hof stand mal locker ein 5er BMW der neueren Generation.

Interessant auf dem Weg von Pankow Richtung Mitte war auf jeden Fall, wie sehr sich das Erscheinungsbild änderte. Je weiter man Richtung Mitte kam, desto schöner und restaurierte waren auch die Häuser. Zwar gibt es immer noch viele baufällige Häuser aber nicht in dem Maße, wie es weiter nördlich der Fall war.

Völlig durchgefroren machten wir uns dann auf den Weg zum Hotel. Nach einer warmen Dusche und einem leckeren Essen beim Italiener im Hotel (Tilia) machten wir uns völlig aufgeregt (ich zumindest) auf den Weg zum Potsdamer Platz und zur Blue Man Group. Wie das war, werde ich in einem eigenen Artikel berichten; vielleicht nur soviel: GEIL!

Sonntagmorgen. Nach einem ausführlichen Frühstück hatten wir eine Führung durch den Palast der Republik auf dem Plan. Da diese Führungen nur sonntags und zu bestimmten (wenigen) Zeiten stattfinden wollten wir auch pünktlich vor Ort sein. Trotzdem es eine Führung in einer Baustelle war, war es mehr als interessant. Torwalt – der “Erläuterer” – konnte aus eigener Erfahrung berichten, was es hier auf sich hatte, und was mit diesem – zugegebenermaßen sehr hässlichen – Gebäude auf sich hatte und was in Zukunft passieren soll und wird.

Nach dieser interessanten Führung haben wir uns dann—es war halt gerade am Palast der Republik—doch noch den Berliner Karneval angetan. Mein Tipp: Lieber nich! Karneval in Berlin kann—wenn man den aus dem Rheinland gewohnt ist—wirklich schlecht. Trotz 111 Wagen und einer geschätzten Million Zuschauern konnte uns nichts länger als eine gute halbe Stunde halten. Wenn schon die Kammelle einzeln (wirklich: einzeln!) geworfen werden. Na gut. Schwamm drüber.

Das schöne in Berlin ist dann aber wieder, dass man sich einfach ein paar Minuten wegbewegt und schon aus dem Trubel heraus kommt. Wir haben uns auf den Weg zum Gendarmenmarkt gemacht, wo wir zur Stärkung Lángos gegessen haben.

Unser weiterer Weg führte uns zum Potsdamer Platz. Dort wollten wir bei klarem Wetter noch einmal schauen ob der Sat.1-Ballon fährt. Leider—oder Gott-sei-Dank—nicht. Wir haben uns das Geld (10€ ermäßigt und 19€ Vollzahler) gespart und sind direkt am SonyCenter im “Panorama” für wesentlich weniger Geld (2 × 2,50 €) zu einem tollen Blick über Berlin gekommen. Dort fährt übrigens Europas schnellster Aufzug: 8,5 m/s – Hersteller ist Thyssen. Witziger Slogan ist übrigens: ”…komm’se rauf, da könn’se runtergucken!” Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nach einem Besuch im IMAX (Titanic 3D) haben wir uns auf dem Weg ins Hotel noch einmal auf den Reichstag gemacht. Ähnlich wie schon beim ersten Besuch waren diesmal noch weniger Menschen dort und der tolle Nachtblick entschädigte für die eisigen Temperaturen.

Montagmorgen haben wir nach dem Auschecken die ehemalige Stasi-Zentrale besucht. Trotzdem ich schon einmal dort war, konnte ich auch diesmal wieder viel Interessantes und erschütterndes entdecken. Vor dem ehemaligen Konferenzsaal des Ministeriums für Staatssicherheit gibt es eine kleine Cafeteria, wo man zu günstigen Preisen Kaffee trinken kann (auch Kuchen, etc.). Bequem in den originalen Sesseln sitzend kann man sich einen sehr interessanten Film über Erich Mielke ansehen. Dieses Museum wird leider wenig bis gar nicht beworben und ist auch, wenn man direkt davor steht, kaum als solches auszumachen. Ich kann es aber—solange es noch geöffnet ist—wirklich jedem ans Herz legen. Man sollte sich aber auf jeden Fall Zeit nehmen.

Nach den unglaublichen Erkenntnissen über die Machenschaften der Stasi haben wir noch einmal die inoffizielle, öffentliche Stadtrundfahrt bemüht (Linie 100) und haben uns zur Siegessäule bringen lassen; von dort aus weiter zur Bar am Lützowplatz. Die kannten wir schon vom letzten Besuch in Berlin und wir waren—komischerweise—um 15:00 Uhr die einzigen, die sich an der wirklich langen Theke einen Cocktail genehmigten (Himbeer-Daiquiri & Flying Kangaroo). Immerhin war ja Happy Hour. Übrigens war ich wieder verblüfft über die Preise des ein oder anderen Champagners dort. Da kostet schon mal die Flasche 1300,-€.

Über dem Umweg am Hotel vorbei (Gepäck einsammeln) ging es auf den Weg zum Flughafen und wieder zurück nach Hause. Bemerkenswert ist da nur noch die Begrüßung des Flugpersonals in Köln: “Kölle Alaaf!”

Berliner Fakten

  • Die BVG macht einen super Job; überall kommen ständig irgendwelchen Busse, U-Bahnen, S-Bahnen oder Trams und man ist schnell und problemlos am Ziel.
  • Berlin ist gar nicht so teuer. Man findet eigentlich immer irgendwelche Bars wo gerade Happy Hour ist. Auch beim Essen kann man echt sparen; Mittagessen für zwei Personen inkl. Getränke für 12,50 € wäre zu toppen.
Stefan Moeller Verfasst von:

2 Comments

  1. Fabian
    20. Februar 2005
    Reply

    Hallo Stefan!
    Mal wieder eine sehr nett zu lesende Geschichte!;-)
    Macht Lust auf Berlin!
    Bis bald,
    Fabian

  2. 23. Februar 2005
    Reply

    Da wollte aber mal einer die Möglichkeiten von Textile testen, was? 😉

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